Wer sich einmal mit der Geschichte von Kombucha beschäftigt hat, stellt sich früher oder später eine Frage: Kann ich das nicht einfach selbst machen? Die gute Nachricht: Ja, mit ein wenig Geduld und den richtigen Grundlagen lässt sich Kombucha wunderbar in der eigenen Küche brauen. In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie aus Tee, Zucker und einer lebendigen Kultur ein spritziges, fermentiertes Getränk entsteht – und worauf es dabei wirklich ankommt.

Was du für den Start brauchst
Die Grundausstattung für den eigenen Kombucha ist überschaubar. Man braucht im Kern:
- einen SCOBY (die symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen) samt etwas Starterflüssigkeit aus einer vorherigen Fermentation
- losen schwarzen oder grünen Tee – ganz ohne Aromen oder Zusätze, da diese die Kultur stören können
- weißen Zucker, der der Kultur als Nahrung dient
- ein großes Glasgefäß, idealerweise mit weiter Öffnung
- ein atmungsaktives Tuch (z. B. dünnes Baumwolltuch) mit Gummiband, statt eines fest verschlossenen Deckels
Wichtig: Metall sollte während der Fermentation möglichst keinen direkten Kontakt mit dem Kombucha haben, da die entstehenden Säuren mit vielen Metallen reagieren können. Glas, Keramik oder lebensmittelechter Kunststoff sind die sichere Wahl.

Schon gewusst?
✅ Der SCOBY braucht keinen Kühlschrank – im Gegenteil, zu kalte Temperaturen können die Fermentation deutlich verlangsamen oder sogar stoppen.
✅ Ein gesunder SCOBY schwimmt meist an der Oberfläche und bildet mit jeder Fermentation eine neue, dünne Schicht – so "vermehrt" er sich quasi von selbst.
✅ Dunkle Flecken oder eine leicht bräunliche Färbung des SCOBY sind normal – schädlicher Schimmel dagegen zeigt sich meist als trockene, pelzige, oft bunte Stelle an der Oberfläche.
✅ Die ideale Fermentationstemperatur liegt meist zwischen 20 und 26 Grad – deutlich kühler oder wärmer verändert Geschmack und Tempo der Gärung merklich.
✅ Je länger die erste Fermentation dauert, desto weniger süß und desto essigartiger wird das Ergebnis.

Schritt für Schritt: Die erste Fermentation
- Tee kochen und süßen: Losen Tee mit heißem Wasser aufgießen, nach dem Ziehen den Zucker einrühren, bis er sich vollständig gelöst hat.
- Abkühlen lassen: Der gesüßte Tee muss vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen, bevor der SCOBY hinzukommt – zu warme Flüssigkeit kann die Kultur schädigen.
- SCOBY und Starterflüssigkeit zugeben: Beides vorsichtig in das Glasgefäß geben und mit dem abgekühlten Tee auffüllen.
- Mit Tuch abdecken: Das Gefäß mit einem atmungsaktiven Tuch verschließen, damit Luft zirkulieren kann, aber keine Fruchtfliegen eindringen.
- Ruhig stehen lassen: Für sieben bis zehn Tage an einem warmen, dunklen Ort ohne direktes Sonnenlicht fermentieren lassen.
- Probieren: Nach etwa einer Woche vorsichtig probieren – schmeckt der Kombucha angenehm säuerlich-spritzig, ist die erste Fermentation abgeschlossen.

Die zweite Fermentation: Spritzigkeit entsteht
Wer es besonders spritzig mag, füllt den fertigen Kombucha nach der ersten Fermentation in fest verschließbare Flaschen um – am besten zusammen mit etwas frischem Ingwer, Zitrone oder Beeren. In der Flasche baut sich durch die weitere, nun fast luftdichte Gärung Kohlensäure auf. Nach zwei bis vier Tagen bei Zimmertemperatur wandert der Kombucha zum Abschluss in den Kühlschrank, wo die Fermentation deutlich verlangsamt wird.
Ein kleiner, aber wichtiger Sicherheitshinweis: Die Flaschen sollten regelmäßig leicht geöffnet werden ("burpen"), um überschüssigen Druck abzulassen – sonst kann es im ungünstigsten Fall zu einer stark schäumenden Überraschung beim Öffnen kommen.

Keine Zeit oder Lust zum Selberbrauen?
Nicht jeder möchte einen eigenen SCOBY pflegen, Fermentationszeiten im Blick behalten und Flaschen "burpen". Völlig verständlich – deshalb gibt es unseren Bio Kombucha Lime Mint bereits fertig fermentiert und trinkfertig. Auf Basis von grünem Tee, verfeinert mit Minze, Zitrusschalen, Ingwer und Zimt, angenehm fein-säuerlich und ganz ohne unnötige Zusatzstoffe – abgefüllt in Deutschland.
Ob selbst gebraut oder direkt aus der Flasche: Am Ende zählt vor allem, dass Kombucha zu einem festen, guten Ritual im Alltag wird.





